Workshops


Fortbildungen KJP

Workshops am Vormittag

Preis
(Vorträge inbegriffen)

510,00 Euro

Gesamtpreis bei Buchung eines Vormittags- + Nachmittagsworkshops 
(Vorträge inbegriffen) 

690,00 Euro


Atem, Stimme, Stimmung und Körperhaltung sind unmittelbar miteinander verbunden. Eine ausdrucksstarke Stimme wird vom Atem getragen, der alle Körperräume durchströmen kann. Ist der Atemrhythmus aus dem Gleichgewicht geraten, wie es häufig bei Kindern und Jugendlichen aus den verschiedensten Gründen vorzufinden ist (z.B. nach einem erfahrenen Trauma), so ist auch der Sprachrhythmus und die Freude, sich stimmlich auszudrücken, sehr eingeschränkt.

In diesem Workshop geht es darum, die Zusammenhänge zwischen Atem und Stimme selber praktisch zu erfahren. Es ist eine teils spielerische Entdeckungsreise zu einer mühelosen, freien und klangvollen Stimme, die auch im Berufsalltag und darüber hinaus ihre Wirkung entfalten kann. "Ich werde gehört!" Lösende und atemanregende Bewegungen, Tönen von Vokalen, sowie das Sprechen von kürzeren Texten, alles auf der Basis der Atemlehrmethode des "Erfahrbaren Atems" nach Prof. Ilse Middendorf, sind Bausteine dieses Workshops.

Bitte bequeme Kleidung und warme Socken mitbringen.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 10:30 - 13:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 14

Im Seminar liegt der Schwerpunkt auf der gemeinsamen Reflexion der von den TeilnehmerInnen mitgebrachten Fallvignetten aus ihrer therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Auf diese Weise soll in die wichtigsten theoretischen Konzepte der Selbstpsychologie eingeführt werden.
Der Psychoanalytiker Heinz Kohut (1913 in Wien geboren und aufgewachsen, 1981 in Chicago verstorben) begründete die psychoanalytische Selbstpsychologie. Sie bietet mit ihrer Fokussierung auf nicht erfüllte oder auch entsprechend beantwortete Entwicklungsbedürfnisse ein sehr hilfreiches Konzept für das Verständnis des Selbsterlebens von Kindern und Jugendlichen.

Das selbstpsychologische Verständnis der menschlichen Entwicklung setzt bei den Erfahrungen in den ersten Lebensjahren an, in denen sich das Selbst entwickelt. Damit das Selbst des Kindes Kohärenz und Kontinuität - also Stabilität in Raum und Zeit - erreichen kann, braucht es eine empathische Umgebung. Und es braucht Personen, die seine Strebungen spiegeln, ebenso wie Personen, die idealisiert werden können und Personen, die als Vorbilder da sind, mit denen es sich (in manchen Aspekten) gleich erleben kann. Erlebt das Kind in dieser Entwicklung Defizite, die es nicht durch eigene (insbesondere kompensatorische) Aktivität ausgleichen kann, so bleibt das Selbst des Kindes fragmentierungsanfällig. Ein späteres frustrierendes oder sogar traumatisches Ereignis kann zur Desintegration des Selbst führen.

Ein wesentlicher Blickwinkel in der Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen unter selbstpsychologischen Aspekten ist das Konzept der „pathologischen Anpassung“ von Bernard Brandchaft. In diesem Konzept wird ein spezieller Konflikt der frühen Entwicklung herausgegriffen: Dem Wunsch, „authentisch selbst zu sein“ bzw. „ sein Eigenes“ zu leben, stehen die Erwartungen der wichtigen Bezugspersonen gegenüber. In diesen Momenten erlebt das Kind das lebensnotwendige Band (die Verbindung) zu diesen aber als gefährdet und passt sich unter Preisgabe der eigenen Strebungen an die Erwartungen der Eltern an. Es erlebt „so wie sie“, was zu inneren, oft lebenslangen Konflikten (der pathologischen Anpassung) führt. Darüber hinaus zu den entsprechenden Beziehungsproblemen.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 10:30 - 13:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 24

Die Grundgedanken der Auftragsfokussierten Gruppentherapie (AFoG) werden vermittelt und durch praktische Übungen erfahrbar gemacht. Das evaluierte Konzept der AFoG wurde über 15 Jahre in einer kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis entwickelt und kann als Baukastensystem in schon bestehende Gruppentherapieansätze integriert oder als Komplettpaket angewendet werden.

Als ein Grundgedanke der AFoG wird eine konsequent auftragsorientierte Haltung und Methode verstanden, die im Sinne von Transparenz und Informed Consent Kindern, Jugendlichen und deren Bezugspersonen den Auftrag als einen Veränderungsbegleiter an die Hand gibt, der die Kinder und deren Eltern oder Bezugspersonen durch den Gruppenprozess begleitet. Insofern stärkt die AFoG auch die Kinderrechte im Therapieprozess. Durch die konsequente Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen bei der Entwicklung eines Auftrags aus divergierenden Anliegen schon vor dem eigentlichen Gruppentherapiebeginn wird deren Motivation, Veränderung zu wagen, deutlich erhöht. Dadurch, dass Eltern und Kinder sowie Jugendliche einen Auftrag co-konstruiert haben, können alle Beteiligten zu jedem Zeitpunkt wissen, an welchen Zielen sie arbeiten. Mittels Skalierung gestaltet sich im Rahmen der AFoG ein selbstevaluierender Prozess, bei dem die TeilnehmerInnen sich gegenseitig im Veränderungsprozess unterstützen und anregen können.

AFoG ist mit festgelegten 15 Sitzungen als eine Gruppenkurztherapie konzipiert und eignet sich sowohl für Kinder ab sechs Jahren als auch für junge Erwachsene. Sie ist als ein störungsübergreifendes Konzept entwickelt worden, bei dem nicht eine Diagnoseorientier ung, sondern der Auftrag im Vordergrund stehen.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 10:30 - 13:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 15

Die Wiederentdeckung, Freisetzung und Entwicklung der schöpferischen Kräfte ist ein wichtiges Ziel in der Psychotherapie. Voraussetzung dafür ist auch, bei sich selbst Kontakt zu diesen kreativen Anteilen zu finden. Spielerische Theaterübungen, verbunden mit entspannender Körperarbeit und Mitteln aus der Creative Arts Therapy wie Malen, Schreiben und freie Bewegung (Dance, Draw, Dialogue) führen zur eigenen Mitte und geben Anregungen, die in Gruppentherapie und bedingt in Einzeltherapie umgesetzt werden können. Der Körper und die Kreativität dürfen in Fluss kommen und im wahrsten Sinne des Wortes wieder auferstehen. Insbesondere in der Arbeit mit Jugendlichen, aber auch mit Kindergruppen, lassen sich diese Elemente in die Psychotherapie jeglicher Verfahrensform integrieren.

Bitte bequeme Kleidung, weiche Schuhe (rutschfeste Socken), Schreib- und Malstifte (Ölpastellkreide) mitbringen. Eine Yogamatte wäre hilfreich.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 10:30 - 13:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 12

Kinder und Jugendliche sind über den Einsatz von plastischen Materialien sehr gut erreichbar. Stein, Holz, Ton, Plastilin usw. bilden ein Gegenüber, mit dem die Gestalterin/der Gestalter in Dialog treten kann. Die Gestaltung kann externalisiertes Selbstobjekt und Beziehungsobjekt sein. Ihr Entstehungsprozess, ihre Form und Struktur ist Ausdrucksträger der psychischen Innenwelt. So werden bewusste und unbewusste Prozesse im plastischen Gestaltungsprozess sichtbar und einer therapeutischen Bearbeitung zugänglich gemacht.

Der Schwerpunkt des Workshops liegt auf der Selbsterfahrung mit den plastischen Materialien Ton, Speckstein und Holz. Die Entwicklung des plastischen Gestaltens bei Kindern und Jugendlichen wird im Überblick dargestellt. Anhand von Fallbeispielen werden der methodische Einsatz, förderliche Faktoren und Interventionsmethoden vermittelt. Werkzeuge und Materialien werden zur Verfügung gestellt. Die Bereitschaft zur Gruppenarbeit wird vorausgesetzt.
Es entstehen Materialkosten in Höhe von 20 Euro.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 10:30 - 13:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 12

Ausgehend von der analytischen Psychologie C.G. Jungs entwickelt die Dozentin den Einsatz des Puppenspiels in der therapeutischen Praxis. Das Puppenspiel kann sowohl in der diagnostischen Phase der Therapie, dem szenischen Verstehen, als auch zur Bearbeitung der Konflikte genutzt werden. Zunächst soll mit einfachen Mitteln eine eigene Handpuppe hergestellt werden, anschließend werden mit der eigenen Puppe und weiteren Puppen und Requisiten das Spiel und die Interventionsmöglichkeiten gezeigt.
Der Workshop enthält Selbsterfahrungsanteile.
Es entstehen Materialkosten in Höhe von 8 Euro.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 10:30 - 13:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 14

Prägende Beziehungskonstellation in Kindheit und Jugend bestimmen häufig ein Leben lang menschliche Kontakte. Häufig spiegeln sich diese Erfahrungen in ihrer Konflikthaftigkeit, aber auch in ihren Lösungsimpulsen in Mythen und Märchen. Sie sind Grunderfahrungen menschlichen Seins und vermitteln in ihren zum Teil drastischen Bildern ein archetypisches Wissen.

Im Seminar stehen diese Erfahrungen, die im kollektiven Unbewussten gespeichert sind, über Mythen und Märchen im Mittelpunkt und werden durch Selbsterfahrungsanteile wie aktive Imagination und Traumdeutung transparent.

In der Gruppengemeinschaft können sich Erfahrungen des Eingebundenseins ins menschliche Kollektiv vertiefen mit der Chance, in gestärkter Zuversicht über die archetypischen Bilder auf ein gelingendes Leben zu vertrauen. Themen werden sein:

1. Paarbeziehungen Mann - Frau in Mythen und Märchen
Bildvortrag unter dem Aspekt von Gleichwertigkeit, Homoerotik.
Mythos Interpretation „Zeus und Hera“
Märchen Interpretation „ Wettlauf zwischen Hase und Igel“

2. Bildvortrag Paarbeziehungen Mann-Frau unter dem Aspekt von Stärke und Schwäche /Transgender
Mythos Interpretation „Hades und Persephone“
Märchen Interpretation: „Vom Fischer und seiner Frau“
Selbsterfahrung aktive Imagination: Elternbilder

3. Paarbeziehungen Vater-Sohn, Mutter Sohn,
Bildvortrag unter Einbezug der Thematik Dominanz und Auflehnung
Mythosinterpretation: Schattenthematik Zeus - Ares/ Ödipus
Märcheninterpretation: „Tischlein deck dich“
Traumarbeit

4. Paarbeziehung Vater- Tochter, Mutter-Tochter
Bildvortrag unter Einbezug der Thematik Entwertung, Missbrauch, Neid und Rivalität
Mythosinterpretation Zeus-Athene
Märcheninterpretation „die kluge Bauerntochter“  „Frau Holle“

5. Geschwisterbeziehungen
Seminararbeit Brüder und Schwestern in Mythen und Märchen: Apoll und Artemis/ Schneeweißchen und Rosenrot
Märcheninterpretation „die vier kunstreichen Brüder“
Selbsterfahrung: Aktive Imagination: Geschwister – Liebe, Leid, Sehnsucht nach einer Idealbeziehung.
Beziehungen aus der Kindperspektive

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 10:30 - 13:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 20

Dieser Workshop versteht sich als Basismodul für alle, die mehr über die Faszination er fahren wollen, die Internetanwendungen (Spiele und Apps) auf Kinder und Jugendliche ausüben. Virtuelle Welten in Spielen und Internetanwendungen besitzen eine sehr hohe Anziehungskraft und verändern die äußere und innere Lebenswelt der Heranwachsenden. Als in das digitale Zeitalter Hineingeborene unterscheiden sich Kommunikations- und Sozialmuster dieser auch "digital natives" genannten Gruppe von denen der "Immigranten" ins digitale Zeitalter, zu denen die Mehrheit der heute tätigen PsychotherapeutInnen gehört. Begriffe wie "IG", "RL", "MMORPG", "PvP" oder "Gilde" werden wie selbstverständlich schon von Zwölfjährigen benutzt und von Eltern, Ärzten und PsychotherapeutInnen nicht verstanden. Nicht nur bei der Diagnostik und Behandlung pathologischer Mediennutzung, sondern auch in der Therapie anderer Störungen ist ein Zugang zu dieser Welt und ihren Begriffen bedeutsam. Was fasziniert Heranwachsende so sehr, dass sie 30, 40, 50 oder mehr Stunden pro Woche mit Computerspielen oder anderen Online-Anwendungen verbringen?

Im Workshop werden Studienergebnisse, Fallbeispiele und einige besonders populäre Spielprinzipien bzw. "Apps" dargestellt. In der Kinder- und Jugendpsychiatrie am St.-Josefs-Hospital Bochum-Linden existiert seit 2009 eine Spezialambulanz für Medienprobleme, in der mehrere Hundert Familien pro Jahr beraten und behandelt werden. Sowohl ambulante als auch stationäre Behandlungsangebote werden ständig weiterentwickelt, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Insbesondere die Gruppentherapie hat sich hier als entscheidend wichtiges Werkzeug bewiesen. Beispiele aus der konkreten Arbeit mit Kindern und Jugendlichen geben einen Einblick in die innere Welt der Kinder und Jugendlichen. Das in Bochum entwickelte und verwendete Dreistufenkonzept der Diagnostik und Therapie (Universelle, Gezielte und Spezifische Interventionen) wird vorgestellt.

Im Workshop werden zusätzlich Videos zu klassischen und aktuellen Spielen und anderen Online-Anwendungen gezeigt und besprochen. Im Vorfeld an den Referenten gesendete Fallvignetten und spezifische Fragen können ebenfalls diskutiert werden. Eine ausführliche Darstellung der Inhalte der Gruppen- und Einzel-Therapie wird nach diesem Basismodul 2021 angeboten.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 10:30 - 13:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 20

Die Sandspieltherapie nach Dora Kalff ist ein imaginatives, psychoanalytisch orientiertes Therapieverfahren, das bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen angewandt werden kann. Mit Hilfe eines Sandkastens und einer großen Anzahl von Spielfiguren kann im Sandspiel eine dreidimensionale Darstellung einer psychischen Situation gestaltet werden. Ein unbewusstes Problem kann wie ein Drama im Sandkasten aufgeführt werden. Bestehende Konflikte können dabei von der inneren Welt in die äußere transportiert, sichtbar gemacht und bearbeitet werden.

Der Workshop soll eine Einführung in die Theorie und Praxis der Sandspieltherapie geben. Anhand von Sandbildern von Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Konfliktsituationen sollen die TeilnehmerInnen die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten im Sandspiel kennenlernen und dazu animiert werden, selbst die dargestellten Bilderwelten zu erschließen.

Der Workshop beinhaltet zudem für jede TeilnehmerIn eine supervidierte Selbsterfahrungseinheit (Einzelstunde) im Sandspiel. So kann diese faszinierende Therapiemethode auch persönlich erlebbar werden.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 10:30 - 13:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 9

Die psychischen Phänomene im relationalen Feld der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie gestalten sich oftmals auf der Folie des handelnden Spiels bzw. im spielerischen Dialog. Psychodynamisch behandelnde Kinder- und Jugendlichen-PsychotherapeutInnen sind gefordert, sich auf die im Spiel inszenierten psychischen Zustände einzulassen. Sie müssen diese in der Beziehungserfahrung wahrnehmen, verstehen, übersetzen, beantworten und in einen Beziehungs- und Spieldialog einbringen. Dies erfordert ein hohes Maß an konzeptioneller Kenntnis sowie Erfahrung im Umgang mit den vielfältigen Ausdrucksmitteln und Phänomenen, die sich im Spielgeschehen zeigen. Das theoretisch konzeptionelle Wissen, welches eine Spielanalyse möglich macht, sollte angereichert werden mit einer eigenen professionsspezifischen, personellen und relationalen Kompetenz – der professionsspezifischen "Spiel-Art", mit deren Hilfe das psychische Material der Kinder in eine Spielbühne verwandelt werden kann, in der Psychisches zum Ausdruck gebracht wird. Das Ziel der Professionsspezifischen Selbsterfahrung ist dabei mehr als bloßes Erlernen der Methode. Es geht um deren persönliche Aneignung, um eine Integration von persönlichem Selbst und beruflicher Technik.

Im Workshop werden verschiedene Selbsterfahrungsmöglichkeiten aus der Professionsspezifischen Gruppenselbsterfahrung "Lehrjahre sind Spieljahre" angeboten. Im Fokus der Selbsterfahrung stehen inhaltlich fünf relevante Erfahrungsbereiche mit dem Spiel: Eigene Spielbiographie Spielerische Diagnostik-Methoden Spiele aus dem praxeologischen Alltag Spiel und Rolle Spiel im entwicklungsbezogenen Kontext

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 10:30 - 13:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 16

Geschwisterbindungen begleiten uns oft während des ganzen Lebens, länger als jede andere Beziehung, und unsere Geschwisterposition bleibt unverändert erhalten. Die Geschwisterbeziehungen sind zugleich Teil der uns prägenden Familiendynamik. Geschwisterposition, Geschlecht, Patchwork- und Pflegefamilien sowie der zeitliche Abstand der Geburtenfolge spielen dabei ebenso eine Rolle wie eine transgenerationale Weitergabe von Bindungsmustern, Delegationen und Familiengeheimnissen, chronische psychische oder physische Krankheiten und Behinderungen. Zudem modifizieren Traumaerfahrungen in der Geschwistergruppe, (sub-)kulturelle Einflüsse und die (be-)wertenden Erzählungen über Einzelne oder die ganze Familie den Ausgang der Geschichte für jedes Geschwister unterschiedlich. Dies sind nur einige Aspekte in einer unübersehbaren Vielfalt von Beziehungsformen, die uns in therapeutischen Kontexten begegnen.

Gleichzeitig sind wir als TherapeutInnen und BeraterInnen selbst Geschwister mit charakteristischen Rollen und Gegenübertragungen. Im Workshop wollen wir uns mit diesen Themen und mit den Herausforderungen unterschiedlicher Geschwisterkonstellationen beschäftigen, im Wechsel von Theorie und Selbsterfahrung, Methodik und Fallarbeit. Es gibt keine Standardrezepte für den therapeutischen und pädagogischen Umgang mit diesen Dynamiken; eine reflektierte, bindungsfördernde, lösungs- und ressourcenorientierte Haltung kann aber - auch mithilfe konkreter methodischer Impulse - viel bewirken.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 10:30 - 13:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 18

Die Katathym Imaginative Psychotherapie (KIP) ist eine bewährte Methode in der Tiefenpsychologie, in der spezifische Imaginationen zum Tragen kommen. Sie sind nah am affektiven Erleben (="katathym") und bringen dieses in symbolischer Form auf eine virtuelle Bühne, die sich zwischen PatientIn und TherapeutIn entfaltet. Auf der Bühne der Vorstellung kommen innere Befindlichkeiten, persönliche Beziehungsstile und Probleme wie Lösungsmöglichkeiten zur Darstellung. Die TherapeutIn bleibt während eines solchen tagtraumartigen Zustands mit dem Patienten in verbalem Austausch und kann ihn dadurch auf subtile Weise begleiten oder anregen, bis hin zur Anwendung einer ganzen Reihe von Interventionen.

Die effektiven Techniken der KIP fügen sich in ein gut lehrund lernbares System ein, das viel Spielraum für Phantasie und Kreativität bietet. Nach einem Impulsreferat über die Methode wird die Durchführung von dialogisch begleiteten Tagträumen live demonstriert und von den TeilnehmerInnen im Rollenspiel geübt.
Bitte Entdeckerfreude und Malsachen mitbringen!

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 10:30 - 13:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 16

Die heute dominierende, deskriptive und störungsspezifische Diagnostik kann jemanden im Vergleich zu anderen beschreiben, hilft aber nicht, seine Motive, Bedürfnisse, Sehnsüchte, Belastungen und Konflikte zu verstehen. Ohne Verstehen kann die Therapie aber nicht gelingen. Die auf Subjektivität ausgerichteten, qualitativen und heuristischen projektiven Methoden liefern dagegen begründete Annahmen über die der Symptomatik zugrunde liegenden Psychodynamik, also die Konflikte und Abwehrmuster, die ja teils tief im Unbewussten wurzeln. Die spielerische Methodik projektiver Verfahren kommt dem Kindesalter besonders entgegen. Die entstandenen Gestaltungen ermöglichen auch den Eltern unmittelbare und emotional bewegende Einsichten über ihr Kind.

Nach einer Einführung in Theorie und Anwendung werden die praktisch wichtigsten Vertreter der einzelnen Verfahrensgruppen (Zeichentests, verbale Gestaltungstests, Spieltests und Beziehungstests) vorgestellt und anhand von Fällen des Referenten und der TeilnehmerInnen ausführlich gemeinsam besprochen, auch im Hinblick auf Konsequenzen für die anschließende Therapie. Die TeilnehmerInnen können Material (Texte und Fotos) aus ihrer Praxis vorab einreichen, so dass diese im Rahmen der Möglichkeiten des Seminars besprochen werden können.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 10:30 - 13:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 20


Workshops am Nachmittag

Preis
(Vorträge inbegriffen)

510,00 Euro

Gesamtpreis bei Buchung eines Vormittags- + Nachmittagsworkshops 
(Vorträge inbegriffen) 

690,00 Euro


Ein Feld feuchter Tonerde, gerahmt und gehalten in einem flachen Holzkasten, ist bei dieser tiefenpsychologisch und anthropologisch fundierten Methode das Arbeitsmittel. Über die Haptik und den Hautsinn werden vielfältige Erfahrungen ermöglicht, die die Selbstwahrnehmung jenseits der sonst dominanten Sinne Sehen und Hören intensiviert und erweitert: Sich selbst spürend erleben, kreativ und handlungskompetent gestalten, etwas verändern, ins Fließen bringen, mit den Händen zu sich selbst kommen. Gerade für therapeutisch tätige Menschen bietet die Methode eine Klärungshilfe, fördert die Selbst-Erdung und hilft zur Burnout-Prophylaxe: Der Kopf wird frei, und über das haptische Erleben erschließen sich neue sinnhafte Zusammenhänge.

Die Arbeit am Tonfeld ist seit vielen Jahren in der therapeutischen Begleitung von traumatisierten Kindern und Jugendlichen bewährt, ebenso wie in der Psychotherapie von Erwachsenen.
Im Workshop erleben Sie die Arbeit am Tonfeld in der Selbsterfahrung, in der theoretischen Rahmung und anhand von videodokumentierten Fallbeispielen.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 16:30 - 19:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 16

In diesem Workshop geht es um die Verbindung von Symbolarbeit (nach Wollschläger & Wollschläger 1998) und Katathym Imaginativer Psychotherapie (KIP). Konkrete Symbole als verdichteter Ausdruck von Gefühlen, inneren Haltungen, Konflikten oder Beziehungen werden ergänzt und vertieft durch "katathyme" (affektgetragene) Imaginationen und die dazu gemalten Bilder, die ihrerseits innerpsychische Strukturen und Konflikte auf symbolische Weise abbilden.

Wie und warum wirkt das Symbol? Welche Bedeutung kommt Symbolisierungsprozessen in der psychodynamischen Psychotherapie zu? Und schließlich, welche spezifischen Wirkfaktoren haben die Imaginationen im Rahmen der KIP?
Diese und andere Fragen sollen theoretisch erörtert, anhand von Fallvignetten illustriert und praktisch (selbst)erfahren werden.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 16:30 - 19:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 16

Der Workshop befasst sich mit verschiedenen Facetten der Geschlechtsvarianz bei Kindern und Jugendlichen. Geboren im falschen Körper? Nur eine Phase? Geschlecht(erwechsel) als erhoffte Lösungsschablone für andere Probleme? Ritzen und sozialphobische Züge als reaktive Begleiterscheinung der Geschlechtsproblematik? Was sind transsexuelle Entwicklungen und was kennzeichnet non-binary- oder gender-queere Menschen? Was tun bei KlientInnen mit Geschlechtsinkongruenz / - dysphorie?

Der Workshop gibt einen Überblick über diagnostische Möglichkeiten und therapeutische Ansätze, aber auch über die derzeitigen 'Behandlungsstrategien', Verfahrensweisen und -möglichkeiten. Darüber hinaus werden therapeutische, somatische und juristische Aspekte eines Geschlechterwechsels erläutert.

Zu der Arbeit am Thema Geschlechtsidentität gehört auch die Gewahrwerdung und Reflektion der eigenen geschlechtlichen Identität und der Geschlechterrolle im Workshop. Es wird eine Mischung aus Impulsen, Gruppengesprächen und Kleingruppenarbeit angeboten, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 16:30 - 19:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 14

Die Arbeit mit dem Fokus ist in tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapien mit Kindern und Jugendlichen, insbesondere in Kurzzeittherapien, ein unverzichtbares Hilfsmittel. Aber auch in anderen Settings kann er das Verstehen des dynamischen Therapieprozesses erweitern und vertiefen. In therapeutischen Krisen empfiehlt sich oft die Bildung eines Fokus, um das aktuelle Problem vertieft zu verstehen und zu bearbeiten. Um die Familiendynamik zu erfassen, lässt sich auch ein Familienfokus erarbeiten.

Der Kurs bietet neben einer Einführung in das Thema vor allem Raum für Übungen in der Gruppe.
Die GruppenteilnehmerInnen werden gebeten, eigene Fälle aus der Praxis mitzubringen.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 16:30 - 19:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 16

Der ungemein beschleunigte gesellschaftliche Wandel hat menschliche Identitäten vielfältiger, flexibler, patchworkartiger werden lassen. Er eröffnet ungeahnte neue Möglichkeiten, veränderte Lebens- und Beziehungsformen, geht aber auch mit neuen Formen der Krise, des Leidens und Scheiterns einher. Das lange Zeit in der Entwicklungspsychologie führende Modell der acht Lebensphasen Eriksons vorschnell als "veraltet" abzutun, wäre indessen verfrüht. Auch in der digitalisierten und globalisierten Welt sehnen sich Menschen letztlich nach Vertrauen, Autonomie, Liebe, Fürsorge, kohärenter Identität. Ängste und Konflikte kreisen um Gefühle von Misstrauen, Scham, Zweifel, Inkompetenz, verletzter Selbstachtung.

Dieser Workshop will den Ansatz Eriksons in einer veränderten Zeit neu "lesen". In einer Mischung aus theoretischem Input, Gruppendiskussion und der Bearbeitung von Fallbeispielen werden aktuelle Fragen von Partnerschaft, Erziehung, Familie und Geschlechtsidentität im Lichte der acht Lebensphasen behandelt.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 16:30 - 19:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 20

Mit Musik geht alles besser - Musik kann unmittelbar starke Gefühle auslösen, Stimmungen und Gedanken rasch verändern. Musik ist eines der wirksamsten Mittel, um zu eigenen Kraftquellen zu gelangen. Die Aktivierung des Parasympathikus, tiefe Entspannung und Regeneration gelingen spielerisch.

Das Musik Hören und Musik Machen berührten und bewegten seit Jahrtausenden die Menschen. In diesem Workshop versuchen wir, den Geheimnissen der Musik auf den Grund gehen. Sie können hinhören und spüren, wie Musik in Ihnen schwingt. Sie können lernen, wie einfach es ist, Musik - auch ohne jegliche Notenkenntnisse - zu machen. Sie können erleben, wie die Auswahl der richtigen Musik eine Ressource für die persönliche Lebensfreude werden kann. Instrumente werden kostenlos zur Verfügung gestellt.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 16:30 - 19:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 16

"Bevor der liebe Gott die Welt erschaffen hat, hat er sie errechnet." (M. Abud)

So die Aussage, als ich diese Zahlensymbolik Ende der 90er Jahre bei Monika Abud, basierend auf der Zahlenlehre von Hans Müller, kennenlernte. Zahlen tauchen überall im Alltag auf, und alle Zahlen bilden sich aus den Grundzahlen 1 – 10 = 0. Diese 10 Basiszahlen beinhalten eigene Themen und Inhalte, mit denen wir uns beschäftigen werden, und wir versuchen, Themen z.B. aus unserem Geburtsdatum zu finden. Es geht dabei um die symbolische Betrachtungsweise im Sinne von Sowohl – Als auch und nicht um die Definition richtig oder falsch. Die Basiszahl als Symbol. Zahlen sind so alt wie die Welt. Unsere Identitätszahl ist unser Geburtsdatum. Im Pentagramm können wir den Basiszahlen einen Platz zuordnen (5 Außenspitzen/ 5 Innenspitzen). Man nennt es Pentalogie. Dabei bekommt die Rolle der Null eine besondere Bedeutung, da sie in den anderen Dokumentationen über Numerologie nie aufgeführt ist, aber viele Geburtsdaten Nullen beinhalten. Im Weiteren werden der Umgang mit Doppelzahlen, mehrstelligen Zahlen, Primzahlen mit ihrem Rang und deren Bedeutung besprochen. Und wir benutzen die mathematische Zahlenzerlegung, um weitere Informationen über die jeweiligen Zahlen zu bekommen.

Können Geburtszahlen uns in der Arbeit als KJP helfen, Fragen in Bezug des Kindes und seiner Familie zu stellen? Themen der Psyche erkennen lassen? Ist unser Leben berechenbar oder Zufall?
Wir suchen im Seminar nach Antworten.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 16:30 - 19:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 15

"Würde? Noch nie gehört, was ist das eigentlich?" Diese Frage, gestellt von einem 10jährigen Kind anlässlich des 70jährigen Jubiläums der deutschen Verfassung, bildete die Inspiration für obigen Titel.

Wie füllen wir, als BehandlerInnen, für uns selbst dieses Wort mit Inhalt und Präsenz, und wie würden wir einem Kind antworten? Kam es uns je in den Sinn, Würde als Therapie-Inhalt und -ziel zu betrachten? Was sind die Ingredienzien von Würde? Im öffentlichen Diskurs tauchen oftmals die Begriffe "Würdenträger" (eine Last?), "in Amt und Würden sein" (eine Errungenschaft?), oder auch "in Würde altern und sterben zu wollen" (Würde erst im Alter?) auf. Ist Würde inhärent im Menschen oder eher etwas Erworbenes oder sich Entwickelndes?

Erst neuerdings wird Armut für Kinder als würdegefährdend empfunden, und daher soll Würde für Kinder und Jugendliche als schützenswertes Grundrecht nochmals getrennt ins Grundgesetz aufgenommen werden. Wenn Würde ein Menschenrecht für Kinder- und Jugendliche ist, sollten wir als KiJu-TherapeutInnen uns nicht fragen, welche Auswirkungen das Fehlen von Würde für die Bindungsfähigkeit und das Bindungserleben von jungen Menschen haben könnte, und wie wir zu ihrer Verkörperung, ihrem Gewahrsein, ihrer Entfaltung, ihrer Wiederherstellung und -aneignung, bewusster und intentionaler beitragen können, zumal, wenn dies heilsam sein könnte?

Diesen Fragenstellungen soll im ersten Teil der Workshopreihe nachgegangen werden, sowohl in Übungen, Diskussionen und auch in Selbsterfahrung, während im zweiten Teil des Seminars insbesondere das Konzept des relationalen Dialogs in der Gestalttherapie (basierend auf Martin Buber) vorgestellt wird, in dem das Wort Würde zwar selten benannt wird, doch wie ein stets präsenter zarter Windhauch als Erfahrung das gesamte Geschehen zwischen "Ich und Du" durchzieht. Fallgeschichten zu problematischen Bindungserfahrungen von Kindern und Jugendlichen, sowie auch hier die Möglichkeit zur Selbsterfahrung, dienen zur Vertiefung des vorgestellten Themas.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 16:30 - 19:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 20

Die Strukturierte Trauma Intervention (STI) ist eine schonende Interventionsmethode zur Trauma-Darstellung und -Bearbeitung, die von D. Weinberg für Kinder (ab 8 Jahre) und Jugendliche entwickelt wurde, aber auch für Erwachsene geeignet ist. Mithilfe eines strukturierten Vorgehens werden die bei dem Trauma erlebten (und oft dissoziierten oder abgespaltenen) Wahrnehmungen und Sinneseindrücke schrittweise rekonstruiert und zunehmend integriert.

Die Anwendung, die in Form von Malen stattfindet, kann sowohl in der verhaltenstherapeutischen als auch in der tiefenpsychologischen Psychotherapie genutzt werden und erfolgt hauptsächlich bei Patienten mit Einmaltraumata.

Der Workshop gliedert sich in einen Einführungsteil, in dem die Interventionsmethode und der dazugehörige theoretische Hintergrund aufgezeigt werden und die praktische Anwendung der STI innerhalb der psychotherapeutischen Arbeit mittels Fallbeispielen aus der eigenen Praxis dargestellt und anschließend diskutiert wird.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 16:30 - 19:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 16

Nicht ohne Kontroversen ist die begleitende Arbeit mit den Bezugspersonen zu einem eigenständigen kinder- und jugendlichen-psychotherapeutischen Behandlungsteil ausgebaut worden, mit beziehungsanalytischer Perspektive und unter Einbeziehung (familien-) systembezogener Problemsicht. Diese Erweiterungen haben die Komplexität von Kinder- und Jugendlichen- Psychotherapie vom intrapsychischen Geschehen einer Zwei-Personen-Psychologie in den psychosozialen Raum ausgedehnt und verlangen eine entsprechende Ausweitung der Behandlungskompetenz. Denn mit der paradigmatischen Erweiterung wird die psychotherapeutische Aufgabe komplexer und behandlungstechnisch schwieriger. Grundsätzlich gilt: Je jünger das Kind oder je mehr psychosoziale Faktoren an der Entstehung und Aufrechterhaltung des Krankheitsgeschehens dynamisch beteiligt sind, umso mehr Wichtigkeit kommt der begleitenden Psychotherapie zu. Dabei variiert ihre Formgebung immens: Herauszufinden, welche Formen der Zusammenarbeit mit den Bezugspersonen angemessen und realisierbar sind, ist wesentlicher Punkt der begleitenden Psychotherapie und bedarf einer sorgfältigen Diagnostik, Probatorik und Indikationsstellung, aus der sich unterschiedlichste Facetten und Konzeptualisierungen der Bezugspersonenarbeit ableiten lassen.

Nach einer Einführung, was begleitende Psychotherapie im Rahmen einer psychodynamischen Behandlung leisten kann, soll und muss, und welche Kompetenzen das beim KJP voraussetzt, soll ein Prozessmodell begleitender Psychotherapie vorgestellt und am Beispiel des Umgangs mit schwierigen Konstellationen und negativen Gegenübertragungen anhand von Kasuistiken (auch der Teilnehmer) vertieft werden. Niemand kann den Eltern abnehmen, Eltern zu sein! Daher geht es um eine ‚konzertierte' Konzentration von Eltern und Behandler auf das Kindliche und das jeweilige Kind, um über eine gemeinsame Einstellung der Besorgnis in und mit den Eltern eine förderliche Grundhaltung ihrem Kind gegenüber aufzubauen. Ebenso gilt es, das Wirksamkeitserleben als Eltern zu stärken, immer mit dem Ziel, die Eltern-Kind-Beziehung im Sinne der Resilienz als eine lebenslange Ressource zu fundieren.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 16:30 - 19:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 16

Nehmen Kinder therapeutische Hilfe in Anspruch, dann sind auch die Eltern in Beratung, und häufig befinden sich diese in einer krisenhaften Situation. In den Familien entstehen durch Krisen meistens Beziehungsunsicherheiten, die zu Bindungsunsicherheit führen. Damit gehen dysfunktionale und eskalierende Muster in den Paarbeziehungen einher. Dies alles trägt häufig zu einer Schieflage im System bei und hat Auswirkungen auf das triadische Geschehen und die Kommunikation im System. Der Blick richtet sich nach innen und auf das, was zwischen den Partnern geschieht. Intrapsychische Beziehungsmuster lösen emotionale Reaktionen und Interaktionen aus, die häufig zu konfliktreichen Eskalationen führen.Therapeutinnen und Therapeuten erarbeiten sich im Seminar, wie sie bei Paaren vor dem Hintergrund verletzender Bindungserfahrungen wiederkehrende Muster erkennen können, um zu deeskalieren und damit sichere Beziehungen zu ermöglichen.

Bei den Paaren kann dann Einsamkeit innerhalb der Beziehung überwunden und die emotionale, körperliche und sexuelle Verbindung vertieft werden. Das triadische Geschehen in der Familie und die Kommunikation im System können so positiv transformiert werden.

Nach einem theoretischen Input werden Übungen und auch Fallbeispiele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Erkenntnisse in praktische Arbeit umsetzen helfen.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 16:30 - 19:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 18

Regression und regressives Verhalten ist ein bekanntes Alltagsphänomen. In den psychoanalytisch begründeten Verfahren gilt Regression als ein Abwehrmechanismus. Der Umgang mit regressiven Phänomenen in einer psychotherapeutischen Behandlung wird in der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie und in der analytischen Psychotherapie unterschiedlich gehandhabt. Es soll einerseits in der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie eine "Einschränkung regressiver Prozesse" angestrebt werden und andererseits in der analytischen Psychotherapie eine "Nutzung regressiver Prozesse" erfolgen.

Das Besondere bei (längerfristigen) Psychotherapien mit Kindern und Jugendlichen ist die enge Verschränkung mit dem individuellen somatischen, psychischen und psychosozialen Entwicklungsprozess eines Kindes oder Jugendlichen. Dieser Entwicklungsprozess steht immer im Spannungsfeld regressiver und progressiver Kräfte der körperlichen und psychischen Entwicklung. Insofern kommt der Einschätzung und Bewertung regressiver Tendenzen eines Kindes und Jugendlichen und des Umgangs damit in den beiden unterschiedlichen psychoanalytisch begründeten Verfahren eine besondere Bedeutung zu.

Im Seminar soll das Phänomen der Regression unter verschiedenen Gesichtspunkten in der normalen Entwicklung und in psychodynamischen Prozessen beleuchtet werden. Es soll um die diagnostische Einschätzung regressiven Verhaltens und die Möglichkeiten zur Bewältigung gehen, und um die Indikationsstellung für eines der psychoanalytisch begründeten Verfahren, aber auch um die therapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie um die Voraussetzungen, die eine Arbeit "im Dienste des Ich" im Übertragungsprozess mit Kindern und Jugendlichen ermöglichen oder notwendig machen.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 16:30 - 19:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 14

Der Workshop behandelt alle praktischen Fragen von der Gruppeneignung, der Auswahl der Gruppenmitglieder, der Gruppenzusammensetzung, -vorbereitung, -kontrakt über technische Leitungsaspekte, Handhabung schwieriger Situationen bis hin zur Beendigung der Gruppe.
Unterschiede zwischen Langzeit- und Kurzzeitgruppen werden ebenfalls behandelt.

Montag, 24.05. bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 16:30 - 19:00 Uhr
Max. Teilnehmerzahl: 25

Die Sandspieltherapie nach Dora Kalff ist ein imaginatives, psychoanalytisch orientiertes Therapieverfahren, das bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen angewandt werden kann. Mit Hilfe eines Sandkastens und einer großen Anzahl von Spielfiguren kann im Sandspiel eine dreidimensionale Darstellung einer psychischen Situation gestaltet werden. Ein unbewusstes Problem kann wie ein Drama im Sandkasten aufgeführt werden. Bestehende Konflikte können dabei von der inneren Welt in die äußere transportiert, sichtbar gemacht und bearbeitet werden.

Der Workshop soll eine Einführung in die Theorie und Praxis der Sandspieltherapie geben. Anhand von Sandbildern von Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Konfliktsituationen sollen die TeilnehmerInnen die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten im Sandspiel kennenlernen und dazu animiert werden, selbst die dargestellten Bilderwelten zu erschließen.

Der Workshop beinhaltet zudem für alle Teilnehmenden eine supervidierte Selbsterfahrungseinheit (Einzelstunde) im Sandspiel. So kann diese faszinierende Therapiemethode auch persönlich erlebbar werden.

Montag, 24.05., bis Freitag, 28.05.2021, jeweils 16:30 - 19:00 Uhr
(Montag und Freitag: Gesamtgruppe; Dienstag – Donnerstag: Einzelstunden)
Max. Teilnehmerzahl: 9

Kompetenz in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

Vertieftes Fachwissen, Zugang zu neuen Forschungsergebnissen und gegenseitige Unterstützung sind die Grundlage für die Auswahl der Workshopthemen.


Veranstalter

KIKT Akademie e.V.
Antwerpener Str. 46
50672 Köln


Fax

0221 511797