Vorträge

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Fortbildungen KJP

"Hast du heute wieder schön gespielt?" ist eine uns allen bekannte Begrüßungsfrage, wenn Eltern ihr Kind von der Therapiestunde abholen. Dies wiederum erzeugt immer wieder den Wunsch, die Bedeutung des Spiels nicht nur für die Psychotherapie, sondern für die Entwicklung des Kindes erklären zu wollen und auch in Elterngesprächen für freie Spielzeit zu werben. Einige Anregungen dazu vermittelt dieser Vortrag.

Symbolisierung- die Fähigkeit, unterschiedliche Symbole hervorzubringen und zu verwenden - ist ein grundlegender Vorgang der menschlichen Psyche und unmittelbar mit der seelischen Reifung von Kindern und Jugendlichen verknüpft. Von den frühesten sensomotorischen Schemata bis zur Begriffsbildung, von den ersten Affektäußerungen bis zum Spiel und zur reifen Phantasie und Kreativität, von den Triebansprüchen bis zur Sublimierung, von kollektiven Symbolen bis zur individuellen Symbolik im Traum, von den ersten präverbalen Objektbildern bis zur Separation – alle diese Entwicklungslinien lassen sich ohne Symbolisierungen nicht vorstellen.

Der Vortrag wird auf einige Schwerpunkte der Symbolisierungsprozesse eingehen, und wie man sie in psychodynamischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapien fördern und unterstützen kann.

Die Erfüllung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung ist Menschenrecht und die Inklusion eine gesellschaftliche Aufgabe. Der Geist der Behindertenkonvention fordert von uns Menschen eine wechselseitige Anerkennung von Schwächen und Unzulänglichkeiten sowie die Anerkennung von blinden Flecken.

In diesem Vortrag geht die Dozentin in sehr persönlicher Weise auf die Aspekte der wechselseitigen Anerkennung und die gegenseitigen Unzulänglichkeiten ein. Der Vortrag zeigt die Berücksichtigung der innerpsychischen Aspekte auf, die zum Gelingen von Inklusion oder die bei deren Scheitern eine Rolle spielen können und manchmal wenig gelehrt und in Betracht gezogen werden. Zwischen der Sehnsucht nach Zugehörigkeit und der Angst vor Ablehnung und Ausgrenzung enttabuisiert der Vortrag die Gefühle der Protagonisten und zeigt die "Innensicht" von Behinderung auf.

Die Dozentin stellt weiter die Frage, welche Aufgaben auf eine Gesellschaft zukommen, deren einer Pol der menschlichen Entwicklung, die Autonomie, als großen Wert angesehen wird, während der andere Pol, der Zusammengehörigkeit heißt, eher in ein Schattendasein abgedrängt wird. Damit Inklusion gelingt, müssen Menschen dazu befähigt werden. Das ist die Herausforderung, die an uns alle gestellt wird.

Der rasche gesellschaftliche Wandel in der digitalisierten und globalisierten Welt eröffnet dem Individuum ungeahnte neue Chancen, ermöglicht veränderte Lebens- und Beziehungsformen, geht aber auch mit neuen Formen der Krise, des Leidens und des Scheiterns einher. Mehr und mehr sehen sich BeraterInnen und TherapeutInnen mit Menschen konfrontiert, die sich dem Druck zu Beschleunigung, Flexibilität und Selbstoptimierung nicht mehr gewachsen fühlen. Klassische psychiatrische Krankheitsbilder verschwimmen mit diffusen Gefühlen von Überforderung, Erschöpfung, Traurigkeit, Scham und Selbstzweifeln.

Der Vortrag behandelt Verunsicherungen und Identitätsprobleme moderner Menschen vor allem im Hinblick auf aktuelle Fragen von Partnerschaft, Familie, Erziehung und Geschlechtsidentität, will aber auch Möglichkeiten der Stärkung von Ressourcen, der Unterstützung und des Empowerments im Umgang mit Rat und Hilfe suchenden Menschen aufzeigen.

In meinem Vortrag möchte ich darüber referieren, wann und wie ich in meinem Leben traumatischen Störungen begegnet bin, und wie ich sie behandelt habe. Ich bin traumatisiertes Kriegskind und habe über die Behandlung meiner Traumata zur Psychoanalyse gefunden.

Zunächst werde ich die ambulante Behandlung einer Jugendlichen mit Borderline-Störung vorstellen, die als Kleinkind vom Großvater missbraucht worden war. Danach will ich über Traumata im stationären Setting berichten, mit Gewalttätigkeit und Affektdurchbrüchen, und schließlich aus der Supervision einer Psychotherapie eines Flüchtlingskindes. Ich stelle fest, dass in vielen Behandlungen nicht immer alle Möglichkeiten der Psychoanalyse ausgeschöpft werden, sondern – vermeintlich – kürzere Behandlungswege gesucht werden.

Am Beispiel verschiedener, in neuerer Zeit gehäuft auftretender psychischer Störungsbilder bei Kindern und Jugendlichen wird versucht, Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen Entwicklungen und der Zunahme bestimmter psychischer Störungen im Kindes- und Jugendalter herzustellen. Möglichkeiten und Grenzen unterschiedlicher psychotherapeutischer Behandlungsansätze werden dargestellt.

Montag: Gesellschaftliche Hintergründe psychischer Störungen im Kindes- und Jugendalter
Dienstag: Selbstverletzendes Verhalten, Substanzmissbrauch
Mittwoch: Externalisierendes, destruktives Verhalten
Donnerstag: Sexuelle Identitätsstörungen
Freitag: Anorexia/Bulimia Nervosa

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne." (Hermann Hesse)

Das Lindau-Programm vereint schulen- und generationsübergreifend eine hohe fachliche Kompetenz der Dozentinnen und Dozenten.


Veranstalter

KIKT Akademie e.V.
Antwerpener Str. 46
50672 Köln


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