Vorträge

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Der Vortrag befasst sich mit psychodynamischen Therapien bei Kindern und Jugendlichen. An Fallbeispielen sollen die theoretischen Grundlagen verdeutlicht werden. Besprochen wird die Funktion des Rahmens und des therapeutischen Spiels.

Sowohl analytische als auch tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapien anerkennen das Unbewusste mit seinen Manifestationen. Im Mittelpunkt der Behandlungspraxis stehen die zentralen Essentials Neutralität und Abstinenz, Übertragung und Gegenübertragung.

Die videographierte kindertherapeutische Sitzung wird mit den Mitteln der Konversationsanalyse untersucht, einige klinisch bedeutsame Details werden sichtbar und die Relevanz für die klinische Arbeit unterstrichen.

Jetzt und in Zukunft wird uns das Schicksal und damit auch die Behandlung von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen beschäftigen. Ein Verständnis für die geschichtlichen, sozialen und emotionalen Hintergründe dieser Menschen ist schon für den einfachen Kontakt hilfreich, für eine therapeutische Behandlung unabdingbar.

Im Vortrag wird eingegangen auf:

  • Erhöhte Krankheitsrisiken bei MigrantInnen im Vergleich zu Deutschen
  • Interkulturelle Öffnung in den Institutionen der Gesundheitsdienste
  • Kultursensible Anamneseerhebung
  • Interkulturelle Kompetenz in der Behandlung von Menschen mit Migrationshintergrund
  • Kulturspezifisches Krankheitsverständnis und Krankheitserleben am Beispiel der Menschen aus dem Orient

Digitales Zeitalter - „Always Online“ als Lebensgefühl der jungen Generation

Das Smartphone ist aus dem Alltag der meisten jungen Menschen nicht mehr wegzudenken. Fast alle Jugendlichen nutzen ihr Mobiltelefon, um Onlinedienste aufzusuchen und über „WhatsApp“ und Co. Verbindung zu ihren Peers zu halten.

Der Vortrag beschreibt anhand von Nutzungsstudien das digitale Lebensgefühl, in dem der ständige Gebrauch von Internet-Ressourcen und der permanente Kontakt zu anderen Nutzern prägend für Denken und Handeln geworden sind. Daraus ergeben sich Folgerungen für Psychologie und Psychotherapie, namentlich in der Sichtweise auf das mobile Internet als Herausforderung für die Selbstregulation von Jugendlichen und als Portal für den Zugang zu (entwicklungs-) problematischen Inhalten und Personen.

Selektiver Mutismus zählt als sich in der Kindheit manifestierende Störung, die die Redefähigkeit in fremden Situationen betrifft, die mit Angststörung und oder mit sozialer Phobie in Verbindung steht.

In diesem Vortrag wird die Störung definiert, ihr Erscheinungsbild skizziert, Ätiologie und Risikofaktoren aufgezeigt. Integrative Möglichkeiten zur diagnostischen Erfassung sowie therapeutisch-pädagogische Möglichkeiten werden aufgefächert, die die Effizienz der interdisziplinären Zusammenarbeit vor Augen führen sollen.

In der psychotherapeutischen Praxis navigieren wir mit theoretischen Prämissen, pragmatischen Handlungsregeln, methodischen Möglichkeiten und erfahrungsgeleiteter Intuition.

Die therapeutische Praxis gleicht dabei einer individuellen Improvisationskunst. Strukturelle, konzeptionelle und methodische Perspektiven erleichtern dabei das Navigieren und Improvisieren in konzeptionellen Möglichkeitsräumen.

Am Beispiel der Kultur Palaus (Mikronesien) und Tongas (Polynesien) wird die psychosexuelle Entwicklung der Geschlechter aufgezeigt. Das Sozialisationsmodell ist von dem unsrigen völlig verschieden, aber mit Hilfe der Ethnopsychoanalyse verstehbar.

Dualismus (Trennung der Geschlechter beim Essen und Arbeiten), das Tauschprinzip und rituelle Transsexualität und Kannibalismus sind Ausdruck unbewusster Sozialisationskonflikte und sichern die Anpassung an die spezifische Kultur.
Der Vortrag beruht auf eigenen Feldforschungen, die psychoanalytisch interpretiert werden.

Literaturhinweise:
Evelyn Heinemann, Die Frauen von Palau. Zur Ethnoanalyse einer mutterrechtlichen Kultur, Fischer Taschenbuch Geist und Psyche Frankfurt 1995
Evelyn Heinemann, Fakafefine. Männer, die wie Frauen sind. Transsexualität und Inzesttabu in Tonga., Psyche H.5, 52.Jg., 1998

Die gesamte menschliche Entwicklung vollzieht sich von Beginn an biologisch und sozial-konstruktiv. Dabei wird sie entscheidend von den Interaktionen mit unseren frühesten Bezugspersonen geprägt. Gehirnentwicklung, Selbstorganisation und das Generieren von Sinn sind ebenso Folge der Bindungsentwicklung wie die Fähigkeit zu denken und nahe Beziehungen einzugehen.

Der Vortrag gibt einen gut verständlichen Abriss über den aktuellen Wissensstand zu diesen Kompetenzen.

„Es gibt nichts Wunderbareres und Unbegreiflicheres und nichts, was uns fremder wird und gründlicher verloren geht als die Seele des spielenden Kindes."  (Hermann Hesse)

Der Vortrag beschäftigt sich mit der spezifischen Arbeitsweise von psychodynamisch behandelnden Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen, die durch handelndes Spiel gekennzeichnet ist, wohingegen sich das Spiel in der Therapie von Erwachsenen nach dem Winnicott'schem Verständnis vornehmlich in verbalen Äußerungen und in Stimmungen zeigt.

Die Vortragenden versuchen aufzuzeigen, gestützt durch eine Expertenumfrage, dass Kinder-und JugendlichenpsychotherapeutInnen spezifische Erfahrungsräume in ihrer Ausbildung benötigen, um ihre therapeutische Spielkompetenz bzw. ihre professionsspezifische Erkenntnis-, Beziehungs- und Dialogmethode “am eigenen Leibe erfahren” (S. Freud, 1916-17a, GW, Bd.11, S.12) zu können.
Um diesen zentralen Aspekt des professionellen Handlungssystems einer Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutIn anzuerkennen und inhaltlich in die Ausbildung zu integrieren, muss aus Sicht der Vortragenden die klassische Selbsterfahrung um eine professionsspezifische Selbsterfahrung im und mit dem Spiel ergänzt werden.

Dazu stellen die Vortragenden ein praktiziertes und evaluiertes Selbsterfahrungskonzept - "Lehrjahre sind Spieljahre" - vor.
So kann ein Zugang zur eigenen lebendigen persönlichen Kreativität und der individuellen psychotherapeutischen Spiel-Art unterstützt und weiterentwickelt werden, in der handelndes Spiel und die Identität als Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutIn untrennbar miteinander verbunden sind.

Schlüsselwörter: Handelndes Spiel, psychotherapeutische Spielkompetenz, KJP-Ausbildung, professionsspezifische Selbsterfahrung, psychotherapeutische Spiel-Art, Identität als Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutIn.

Als Psychotherapeut tätig zu sein, bedeutet sich täglich für die Sorgen-, Konflikt- und Problemsituationen seiner Klienten verantwortlich zu fühlen, die entweder als Last oder als Herausforderung interpretiert wird. In Abhängigkeit der subjektiven Deutung dieser Herausforderung wird die Qualität der emotionalen Bedeutung erlebt, was ein wesentlicher Einflussbereich für Psychohygiene verstanden werden kann. Humor und Geschichten wecken Fähigkeiten, die aus dem Mittelpunkt der Persönlichkeit heraus wächst und können eine Therapeut-Pat.-Beziehung (wie jede andere Beziehung auch) verwandeln.
Humor wirkt als reine Phantasiekraft, die die kindliche Wirkkraft im Erwachsenen wieder weckt und bei Kindern eine spontane Verständigung ermöglicht.

Auf der Basis der Positiven Psychotherapie, die ein Repertoire an Geschichten, Parabeln und Weisheiten zur Verfügung stellt, soll der Humor beiläufig seine Wirkkraft entfalten, die Therapeut-Pat.-Beziehung stärken und als kraftvoller und lebensbejahenden Wirkfaktor genutzt werden.
Im Sinne der Psychohygiene sollen gerade auch Therapeuten in den Genuss der sich entfaltenden Heiterkeit kommen.

Die Begleitung und Unterstützung junger Menschen in einer für sie so wichtigen und entwicklungsorientierten Lebensphase ist ein dankbarer und berührender Aspekt unserer Arbeit. Den Kontakt zu aktuellen Entwicklungen, technischen Herausforderungen und veränderten gesellschaftlichen Bedingungen zu halten und immer wieder eine eigene Position zu finden, ist in der schnelllebigen Zeit eine besondere Herausforderung.

Getrennte, zerstrittene Eltern, Spenderkinder, die allgegenwärtige Präsenz der technischen Medien, der Druck in Schule und Ausbildung, die Einsamkeiten im Alltag, interkulturelle Dynamiken – einige der Themen, die uns zu neuen psychodynamischen Überlegungen herausfordern.

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne." (Hermann Hesse)

Das erste Lindau-Programm vereint schulen- und generationsübergreifend eine hohe fachliche Kompetenz der Dozentinnen und Dozenten.


Veranstalter

KIKT Akademie e.V.
Antwerpener Str. 46
50672 Köln


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